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Individuelles Lernen fördern

LuxDiDac

Die LuxDidac präsentiert vom 29. September bis zum 1. Oktober
das neueste didaktische Material zu Unterrichts- und Erziehungsmethoden

Zum 20. Mal in Folge findet zu diesem Schulanfang die vom „Syndicat National des Enseignants” (SNE/CGFP) und von der „Fédération Générale des Universitaires au Service de l’Etat“ (FEDUSE-Enseignement/CGFP) organisierte LuxDidac in den Mehrzweckräumen des „Forum Geesseknäppchen“ in Merl statt. Vom 29. September bis zum 1. Oktober präsentieren in- und ausländische Verleger didaktisches Zusatzmaterial, das sich sowohl an Lehrer und Professoren als auch an Eltern und Erzieher richtet. „fonction publique“ unterhielt sich im Vorfeld der LuxDidac mit Koordinator Claude Ries vom SNE.

Auf mehr als 600 Quadratmetern präsentieren 28 Aussteller ein mannigfaltiges Angebot an pädagogischem und praxisbezogenem Unterrichtsmaterial für die verschiedenen Lernfächer und Schulstufen. Die Verlage stammen hauptsächlich aus Deutschland, jedoch gibt es auch einige Vertreter aus der Schweiz, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Das Material behandelt Unterrichts- und Erziehungsmethoden und richtet sich daher besonders an das Lehrpersonal der Primär- und Sekundarstufen und an Erzieher. Allerdings würde versucht, auch den Eltern eine immer größere Auswahl an interessantem Lesematerial zu bieten, um so ein breiter gefächertes Publikum mit der LuxDidac anzusprechen, bemerkt Claude Ries, der sich schon seit Jahren um den immer wieder einwandfreien Ablauf der Veranstaltung bemüht.

Sehr interessant gestalten sich die zahlreichen Workshops, die immer wieder während der Messe stattfinden und die auch dieses Jahr auf ein Neues Anregungen zu einer moderneren und flexibleren Arbeitsweise im Schulwesen geben. Besonders hervorzuheben ist wohl die Veranstaltung „LehrerInnen motivieren SchülerInnen – aber wer motiviert die LehrerInnen?“: Das Seminar erörtert die Thematik des Burnout im Lehrerberuf und richtet sich besonders an das Lehrpersonal der Zyklen 1-4: Angesichts der immer schwierigeren Herausforderungen, denen es sich heutzutage stellen muss, ein sehr aktuelles Thema. Hier soll die Problematik des Burnout näher erklärt und Ansätze zu einem besseren Umgang mit den Belastungen und dem Druck im Berufsalltag vermittelt werden.

Das individuelle Lernen gewinnt ebenfalls zunehmend an Bedeutung, so behandeln gleich zwei Workshops diese Form des Unterrichts: Das Lernen kann nur vom Schüler selbst geleistet werden, der Unterricht, so originell er auch sein möge, stellt also immer nur eine Anregung dar. In den interaktiven Vorträgen „Förderung des individualisierten Lehrens und Lernens im Mathematikunterricht“ und „Guter Unterricht heißt: Individuelles Lernen fördern!“ sollen dem Lehrpersonal demnach Wege aufgezeigt werden, wie die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lernwege der SchülerInnen besser berücksichtigt und für den Lernprozess genutzt werden können, und wie ein einfallsreich organisierter Unterricht diese Prozesse animieren kann.

Sehr praxisorientiert gestaltet sich der Workshop „Sounds & Grooves mit Stift & Co. Perkussives Klassenmusizieren mit Schulutensilien“, der in Zusammenarbeit mit der MUSEP („Education Musicale dans l’Enseignement Primaire et Préscolaire“) veranstaltet wird: Die Teilnehmer lernen, wie man mit Kindern und Jugendlichen musizieren kann, ohne klassische Musikinstrumente zu benutzen. Hierzu zählen in erster Linie schulische Dinge wie das Schulmobiliar (Tische, Stühle) und Arbeitsmaterialien aus der Schultasche (Stifte, Lineale, Bücher usw.). Es werden Klangerkundungs- und Wahrnehmungsübungen sowie Rhythmicals und Vortragsstücke unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade vorgestellt und in der Kursgruppe praktisch erprobt. Der Kursinhalt steht übrigens im Einklang mit dem „plan d’études“.

Die Anmeldung zu den verschiedenen Workshops erfolgt über die Internetseite www.ifen.lu, so Claude Ries, einige Plätze wären wohl noch frei. Die Kurse seien für jeden zugänglich, das Lehrpersonal könne sich seine Teilnahme darüber hinaus als „formation continue“ anrechnen lassen.

Jedes Jahr gehört aber auch eine Konferenz zu einem aktuellen Thema zur LuxDidac. In diesem Jahr referiert der belgische Lehrer und Pädagoge Yves Demoulin, der bis vor einigen Jahren noch an der Universität Luxemburg dozierte, über die Hochbegabung bei Kindern. Auch wenn die Anzahl der Kinder mit einer besonderen Begabung im Schulwesen nur 2% erreiche, sei es trotzdem sehr wichtig, dass das Lehrpersonal ihre Situation verstehe und den Unterricht für diese Kinder und Jugendliche anpasse, so die Beschreibung des Vortrags. Die intellektuelle Frühreife sei keine Krankheit, trotzdem litten einige Kinder darunter, da sie sich in ein System eingliedern müssten, das eine solche Situation nicht vorsehe.

Die von SNE und FEDUSE ausgetragene LuxDidac gilt als unumgänglicher Termin zum Schulanfang mit dem Ziel, den Schulen praxistaugliches Unterrichtsmaterial zur Verfügung zu stellen. Auch das Unterrichtsministerium lässt der LuxDidac ein ganz besonderes Augenmerk zukommen und nimmt folglich auch dieses Jahr mit einem Stand des MENJE an der Ausstellung teil.

In Zeiten der modernen Medien gilt es außerdem, auch andere Wissensquellen als das gute, alte Buch vorzustellen: Die verschiedenen Verläge bieten mittlerweile viele andere Möglichkeiten zur Nutzung des Lesematerials an (e-books usw.); des Weiteren sind auf der LuxDidac auch Computerfirmen repräsentiert.

Für den 20. Geburtstag der LuxDidac haben sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen gelassen, meint Claude Ries abschließend: Mitglieder des SNE können während der Messe an einer Umfrage teilnehmen und attraktive Preise gewinnen. Die offizielle Eröffnung der LuxDidac findet dieses Jahr übrigens nicht mehr am Vortag der Messe statt, sondern am 29. September selbst. Weitere praktische Informationen entnehmen unsere Leser untenstehendem Kasten.

p.r.

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