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Radikalisierung und Terrorismus: die Europäische Herausforderung

Bernard Cazeneuve

Auf Initiative des Berufsrates Sicherheit der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften, CESI, in Kooperation mit dem „Danish Cultural Insitute EU Brussels“ und in enger Zusammenarbeit mit der französischen Polizeigewerkschaft, „Alliance Police Nationale CFE-CGC“, fand, in Anwesenheit des französischen Innenministers, Bernard Cazeneuve, am 15. Dezember in Paris eine Konferenz zum Thema Bekämpfung des Terrorismus und der Radikalisierung statt.

Obwohl schon vor den kaltblütigen Anschlägen von Paris am 13. November geplant, unterstrichen diese tragischen Ereignisse nur einmal mehr die Notwendigkeit einer solchen Tagung: In seiner Eigenschaft als CESI-Präsident thematisierte Romain Wolff in seiner Ansprache die Herausforderungen, denen sich Europa heutzutage stellen müsse, um den terroristischen Aktivitäten wirksam entgegenzuwirken. In der Tat habe er genau eine Woche vor den Anschlägen, zusammen mit CESI-Generalsekretär Klaus Heeger, an einem Kongress der „Alliance Police Nationale“ teilgenommen und sich dabei mit folgenden Worten an die Anwesenden gewandt: „Am Ende eines sehr beschwerlichen Jahres für die Ordnungskräfte, und das ganz besonders in Frankreich, das mit dem Attentat gegen die Redaktion von Charlie Hebdo am 7. Januar und jenen am 8. und 9. Januar die schwärzesten Tage seiner jüngeren Geschichte erlebte, spreche ich nun vor Ihnen.“ Niemand hätte sich zu diesem Zeitpunkt vorstellen können, was sich eine Woche später ereignen würde: In einer blinden und entsetzlichen Terrorhandlung wurden mehr als Hundert Menschen getötet, die sich ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort befanden. In der Folge verbreiteten sich Angst und Besorgnis. Diese barbarischen Anschläge seien durch nichts zu rechtfertigen.

Die Umstände würden noch dadurch erschwert, dass Millionen von Flüchtlingen versorgt werden müssten, die sich, angesichts der bewaffneten Konflikte in ihrer Heimat und den Gefahren, denen sie sich jeden Tag ausgesetzt sähen, unter gefährlichsten Bedingungen auf den Weg nach Europa machten.

Genau so wie die Ordnungskräfte sich jeden Tag dafür einsetzten, dass unsere Sicherheit und Freiheit garantiert seien, müsste das Schulpersonal als Vorbildfunktion vor seinen Schülern stehen: jungen Menschen, die noch auf der Suche nach ihrer Identität seien und Bezugspersonen in ihrem direkten Umfeld und in der Gesellschaft bräuchten. Jugendliche verfügten (zumeist) noch nicht über eine gefestigte Persönlichkeit und seien deswegen sehr leicht zu beeinflussen, von Menschen, die Vorurteile förderten und sie beispielsweise zum Hass anstifteten. Die Schule müsse ein Ort bleiben, an dem das Zusammenleben verschiedener Kulturen gelehrt und vorgelebt wird, stimmte Romain Wolff den Aussagen des Präsidenten des Berufsrates EDUC, Claude Heiser, zu. Natürlich dürfe nicht sie allein für die Zukunft der Heranwachsenden verantwortlich gemacht werden, sondern sie sollte von anderen Akteuren unterstützt werden, wie z.B. von der Polizei und der Justiz.

Es herrsche also eine absolute Notwendigkeit nach Zusammenarbeit auf allen Ebenen, sowohl auf nationalem als auch auf internationalem Niveau, und die Menschen, die diese Dienste leisteten, erfüllten eine wichtige Rolle, um diese Probleme zu bekämpfen und zu vermeiden.

Welches sind die Gründe für eine solche Radikalisierung? Unter anderem zu dieser wichtigen Frage sollten während der Konferenz Antworten und Lösungsansätze gefunden werden, so Romain Wolff abschließend.

Angrenzend an die Willkommensgrüße des Generalsekretärs von „Alliance Police Nationale“, Jean-Claude Delage, präsentierte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve die Ansichten der Regierung zu den Folgen terroristischer Handlungen. Im Anschluss fanden zahlreiche Vorträge von Experten auf dem Gebiet und politischen Akteuren statt, so traten beispielsweise der Kriminologe Alain Bauer mit einem fundierten und beeindruckenden Beitrag sowie die Bürgermeisterin von Molenbeek Saint-Jean in Brüssel, Françoise Schepmans, hinter das Rednerpult.
p.r.

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