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„Ligue luxembourgeoise de prévention et d’action médico-sociales“: Hilfe im Zeichen der Blume
„Ligue médico-sociale“ – Für Gesundheit und Wohlbefinden.
Menschen, die ihren Wohnsitz in Luxemburg haben, in den unterschiedlichsten Lebenslagen eine Hilfestellung zu geben, darin sieht Jean Rodesch, Generalsekretär der „Ligue luxembourgeoise de prévention et d’action médico-sociales“, den Auftrag der im Volksmund schlicht als „Ligue“ bezeichneten Einrichtung mit gemeinnützigem Charakter. Zu den Hauptaufgaben der im Jahre 1908 unter der Bezeichnung „Ligue luxembourgeoise contre la Tuberculose“ gegründeten und durch Gesetz von 1910 als gemeinnützig erklärten Liga zählten heute insbesondere die Gesundheitsförderung und die Prävention gegen Krankheiten, ebenso wie die Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung, sagt er. „Wenn das Befinden schlecht ist, wenn Sorgen über den Kopf wachsen, wenn es keinen Ausweg mehr zu geben scheint, wir helfen – ,Ligue médico-sociale‘“, heißt es hierzu in einem in Auftrag gegebenem Film über die „Ligue“.
Weit verbreitet
Ein Blick in die Satzungen der „Ligue“ gibt Aufschluss: „L’association dite «Ligue luxembourgeoise de Prévention et d’Action médico-sociales» (anciennement Ligue luxembourgeoise contre la tuberculose) est reconnue d’utilité publique et a comme telle la personnalité civile. Elle a pour but de contribuer à la promotion de la médecine préventive et sociale et de l’action sociale sous toutes ses formes.“ Um ihre Zielsetzung zu erreichen, könne die „Ligue“ u.a. geeignete Maßnahmen im Sinne der Vorbeugung und der Früherkennung, einerseits von Atemwegs- und Tuberkuloseerkrankungen in all ihren Formen, sowie andererseits im sozialen Bereich umsetzen, entweder alleine oder mit Partnern, wobei es sich dabei sowohl um private Initiativen als auch um Gemeinden oder den Staat handeln könne.
Dass die damalige „Ligue luxembourgeoise contre la Tuberculose“ ausgerechnet Anfang des 20. Jahrhunderts ins Leben gerufen wurde, kommt nicht von ungefähr. „Die Tuberkulose war weit verbreitet. Es handelt sich dabei nicht um eine Erb-, sondern um eine ansteckende Krankheit, die nicht nur die Ärmsten erreichte, sondern weite Teile der Gesellschaft traf“, begründet „Ligue“-Generalsekretär Jean Rodesch die damalige Notwendigkeit zur Schaffung einer entsprechenden Struktur.
Der oben bereits erwähnte Präsentationsfilm informiert: Die Gründung der „Ligue“ geht auf das Jahr 1908 zurück. Großherzogin Marie Anne übernimmt damals die erste Schirmherrschaft, Großherzogin Charlotte folgt ihr. Tuberkulosebekämpfung ist das beherrschende Thema. Dr. Ernest Feltgen, ein Arzt aus Luxemburg, wird zum ersten Präsidenten der „Ligue“ gewählt. 1921 entsteht in Düdelingen ein Sanatorium für Frauen, Männer werden in einem 150-Betten-Haus in Vianden behandelt – mit guten Heilungserfolgen.
Die Tuberkulose-Liga habe ihren festen Platz gefunden „in der Festung Europas“. In frühen Schriften stehe zu lesen: „Tuberkulose geht jeden etwas an. Ihre Bekämpfung muss die Sache unseres ganzen Volkes werden.“ – Und sie wird es! Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung habe zugenommen, heißt es weiter, mit, als Ergebnis, weniger Todesfällen und weniger Erkrankungen. Geblieben seien tagtägliche Beispiele für Menschlichkeit und Miteinander.
Bereits zwei Jahre nach der Gründung, im Jahre 1910, sei durch Gesetz eine legale Basis geschaffen worden. Das Gesundheitsministerium habe die „Tutelle“ über die unter der Schirmherrschaft der Großherzogin stehenden „Ligue“ übernommen. Die Vielfalt der Aufgaben habe im Jahre 1983 schließlich eine Namensänderung erforderlich gemacht. Durch eine Satzungsänderung vom 25. April 1983 sei aus der einstigen „Ligue luxembourgeoise contre la Tuberculose“ die jetzige „Ligue luxembourgeoise de Prévention et d’Action médico-sociales“ geworden. Heute sei der Name gewissermaßen Programm. Jean Rodesch: „Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in der Tat in der Prävention und in sozialmedizinischen Initiativen, nicht aber im medizinisch-kurativen Bereich.“ Auch heute bedeute „Ligue“ immer noch Kampf gegen Tuberkulose und Erkrankungen der Atemwege und ganz allgemein „Prävention für alle“. Die Hilfe komme somit direkt dahin, wo sie benötigt werde. „Soziale Begleitung heiße das Stichwort und bedeute schlicht und ergreifend: Unterstützung in schwierigen Situationen, beispielsweise Schuldnerberatung (siehe weiter unten).
Dass selbst in den Anfangsjahren der „Ligue“ die Tuberkuloseerkrankung und die sozialen Belastungen einer Familie ganz eng miteinander verknüpft waren, weiß auch der „Ligue“-Generalsekretär. „Die Erkrankung ging mit der sozialen Komponente einher“, bringt Jean Rodesch die Sache auf den Punkt. Früher seien die Betroffenen einzig und alleine von einer Krankenpflegerin, einer sogenannten „Infirmière-Visiteuse“, begleitet worden, die gleichzeitig auch die sozialen Angelegenheiten abgedeckt habe. Im Gegensatz zu früher würden diese Fragen heute von Sozialarbeiterinnen („assistantes d’hygiène sociales“ oder „assistantes sociales“) wahrgenommen, während sich medizinisches Fachpersonal ganz im Sinne einer vernünftigen Arbeitsteilung ausschließlich medizinischen Aufgaben annehme.
Noch immer ein Thema
Gerade in Zeiten der Globalisierung und Migrationsströme sei die Tuberkulose auch heute noch immer ein Thema im Großherzogtum. Bei der „TB“ handele es sich in der Tat weltweit auch heute noch immer um die häufigste ansteckende Krankheit mit den meisten Todesfällen. Besonders verbreitet sei die Krankheit in Asien, Afrika und Südamerika. Auch in den europäischen Ostblock-Staaten, wo mit dem politischen Zusammenbruch auch das Gesundheitswesen Rückschläge erlebt habe, gebe es viele Fälle von Tuberkulosen, die zudem äußerst schwierig zu behandeln seien.
Eine uns vorliegende Info-Schrift der „Ligue“ gibt Aufschluss:
„Die Tuberkulose ist eine ansteckende Krankheit, die in unserem Land nicht ausgemerzt ist. An Tuberkulose kann jede Person in jedem Alter erkranken. Am meisten gefährdet sind Kinder und ältere Menschen, Personen, die engen Kontakt zum Kranken haben, in einer Wohngemeinschaft oder Einrichtung lebende Personen sowie von anderen Krankheiten geschwächte Personen. Die Krankheit kann folgenschwer sein, wenn sie nicht behandelt wird. Die Mittel zur Vorbeugung und Behandlung sind wirksam.“
Als wichtig im medizinischen Bereich erweise sich so nach wie vor der Tuberkulin-Test, mit dem nachgewiesen werde, ob ein Kontakt mit dem Erreger stattgefunden habe. Über 10.000 solcher Tuberkulin-Tests würden jährlich durchgeführt. So sei es möglich, bereits im Frühstadium Tuberkulose oder anhand der zusätzlichen Röntgenaufnahmen andere Atemwegserkrankungen festzustellen. Bei frühzeitiger Erkennung liege die Heilungsrate heute in den Industrieländern in der Tat bei 99 Prozent. „Die auf die Bakterie abgestimmte Behandlung ist wirksam.“ Dazu gehörten verschiedene Antibiotika, die über einen Zeitraum von mehreren Monaten täglich einzunehmen seien. Danach sei eine ärztliche Beobachtung vonnöten. Diese spezifische, konsequent durchgeführte Behandlung und Überwachung ermögliche die Heilung, die Ausschaltung der Ansteckungsgefahr und das Vermeiden von Fehlschlägen und Rückfällen.
Während all der Jahre sei die Tuberkulose immer wieder ein Thema gewesen, so auch während der beiden Weltkriege. Unter dem Naziregime habe die „Ligue“ ihre Aufgaben zwar einstellen müssen. Doch gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges habe sie ihre Arbeit wieder mit Leidenschaft und viel Engagement aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt sei auch die Schulmedizin in ihr Wirkungsfeld übergegangen Schulmedizin
Stichwort Schulmedizin: Von den insgesamt 34.000 Kindern aus dem Großteil der Grundschulen unseres Landes, für die die Ligue zuständig ist, werden jedes Jahr um die 20.000 Kinder von Betreuerinnen der „Ligue médico-sociale“ medizinisch untersucht. Die Untersuchung umfasst einen Gesundheitscheck. „Das Wohlbefinden des Kindes steht neben der physischen Gesundheit im Mittelpunkt, so auch seine Ernährung, oder etwaige Seh- oder Hörstörungen“, fasst Jean Rodesch zusammen. Zur Schulmedizin zählten ferner Aktionen zur Gesundheitserziehung und zur Vorsorge, wobei der Schlaf, eine ausgeglichene Ernährung und Bewegung einige der Hauptthemen seien. Gut sehen, gut hören, fit für die Belastungen des Alltags und über alle Risiken ausreichend aufgeklärt – all das gehöre zur Schulmedizin unbedingt dazu – und die „Ligue“ helfe dabei. Jean Rodesch: „Vollwertige Ernährung ist besonders wichtig bei Schulkindern in der Wachstumsphase, denn sie hat einen entscheidenden Einfluss auf ihre geistige und körperliche Entwicklung.“ Auch hier sehe sich die „Ligue“ ganz und gar in einer Vorsorgefunktion, ohne therapeutische Aufgaben. „Wir beugen vor, beraten und haben gleichsam eine Zusatzfunktion zum Kinder- oder Hausarzt.
Das Fachpersonal, eine „infirmière en pédiatrie“ und eine „assistante (d’hygiène) sociale“, sind gleichzeitig Ansprechpartner für das Lehrpersonal – auch dann, wenn beispielsweise ein Verdacht auf Nachlässigkeit oder Kindesmisshandlung vorliege. Die dann zu ergreifenden Maßnahmen könnten im schlimmsten Fall bis zur Platzierung eines Kindes in einer Betreuungsstruktur reichen.
Themenbezogene Workshops in den Schulen vervollständigten das Angebot und reichten von Fragen zur gesunden Ernährung und zur Körperpflege über vorbeugende Maßnahmen gegen Hautkrebs und Suchtkrankheiten bis hin zu einem achtsamen Umgang mit Themen wie Pubertät oder Sexualität. „Gerade bei Kindern und Jugendlichen in den Alterssparten von 4-12 Jahren in der Grundschule ist die Aufnahmewilligkeit noch ganz ausgeprägt“, stellt „Ligue“-Generalsekretär Jean Rodesch mit Genugtuung fest.
Spezifischen, bei Kindern festgestellten Gesundheitsstörungen wie beispielsweise Allergien, Zuckerkrankheiten oder Epilepsie wirkt die „Ligue médico-sociale“ seit nunmehr zwei Jahren im Einverständnis der Eltern mit sogenannten PAIs entgegen. Die drei Buchstaben stehen für „Plan d’accueil individualisé“. Dahinter verbirgt sich eine Art Maßnahmenkatalog, mit dem im Grunde jeder Erwachsene, der mit dem Kind in der Schule in Verbindung steht, vertraut sein sollte. Der PAI informiert detailgetreu darüber, „was wann im Ernstfall zu tun ist“ – eine wertvolle Hilfestellung somit für die Eltern, Lehrer, Erzieher oder andere Vertraute.
Eine harmonische Entwicklung
An Eltern von Kindern von 0 bis 4 Jahren richtet sich indes der sogenannte Beratungsdienst zur Förderung der Kindergesundheit der „Ligue médico-sociale“. Zielsetzung der hier angebotenen Leistungen sei es, „die harmonische Entwicklung und das Wohlbefinden der Kinder zu fördern“. Auch hier liege der Schwerpunkt auf der Prävention, medizinischer, sozialer wie erzieherischer Natur, kurz: auf Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge und Kinder bis zu vier Jahren. „Arzt und Kinderkrankenschwester sind da, um ihnen und ihren Eltern zuzuhören, sie zu beraten und zu informieren.“
Diese Dienstleistung, wie alle anderen, werde kostenlos von der „Ligue“ angeboten. Sie umfasst auch die Beratungsstellen für Säuglinge und Kleinkinder. „Nach dem 2. Lebensjahr haben viele Kinder keinen direkten Kontakt mehr zum Kinderarzt, außer im Falle von Krankheit oder weil geimpft werden soll“, erklärt Jean Rodesch. Doch selbst bei einem gesunden Kleinkind stellten sich Fragen rund um das Wachstum, die Ernährung oder seine Entwicklung. Bei regional durchgeführten Sprechstunden oder lokalen Konferenzen erhielten die Eltern Antworten auf entsprechende Anliegen. Immer wieder stellten sich Fragen bezüglich des Stillens, der Ernährung der Säuglinge und der Kleinkinder, der frühkindlichen Entwicklung, gefühlsbetonter und erzieherischer Bedürfnisse, des Schlafens und des Weinens oder jeglicher Situation aus dem täglichen Zusammenleben mit dem Kind. Nach einer Terminvereinbarung seien selbst Hausbesuche möglich. Jean Rodesch: „Wir schauen uns das Umfeld an, in dem das Kind aufwächst, und stehen den Eltern bei Aufgaben bei, die früher vielleicht noch von den Großeltern wahrgenommen wurden. Ergänzend werden Kochkurse und Babymassagekurse für junge Eltern angeboten.“
Um ihrem Auftrag vollends gerecht zu werden, ergreift die „Ligue médico-sociale“ darüber hinaus laufend gesundheitsfördernde Initiativen. Dazu zählen etwa Anti-Raucher-Programme und – auf Anfrage – Vorträge in Unternehmen oder Verwaltungen zu Themen wie Bewegung oder gesunde Ernährung.
Die innerhalb der „Ligue médico-sociale“ arbeitende „Ecole de l’Asthme“ möchte derweil in erster Linie betroffene Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche erreichen, um ihnen den Umgang mit dieser Krankheit näherzubringen. Wie gehe ich mit meiner Krankheit um? Welche Symptome treten auf? Was ist zu tun? – Ein Blick auf die Internet-Seite der „Ligue“ gibt Aufschluss:
- Renforcer et compléter la prise en charge du médecin traitant
- Aider les asthmatiques à améliorer leurs compétences
- Savoir mieux gérer la maladie
- Améliorer (ou maintenir) la qualité de vie
Zu den rein medico-sozialen Aktivitäten der „Ligue“ zählen schließlich auch Sprechstunden für Raucher. Die „Ligue“ lässt nichts unversucht im Kampf gegen die Droge. „Einst wurde das Rauchen als eine einfache Gewohnheit abgetan“, erklärt „Ligue“-Generalsekretär Jean Rodesch. „Heute wissen wir, dass das Rauchen eine doppelte Abhängigkeit verursacht: eine psychische Abhängigkeit durch eben die Angewohnheit, aber auch eine physische Sucht, hervorgerufen durch das Nikotin.“ Auf diesen Erkenntnissen seien die Sprechstunden für Raucher, die mittlerweile seit über 30 Jahren angeboten würden, denn auch aufgebaut: „Notre but est d’informer, de conseiller, de soutenir, d’encourager les fumeurs lors du sevrage tabagique“, lesen wir hierzu auf der eben bereits erwähnten Internet-Seite der „Ligue“.
Gegen Armut und Ausgrenzung
Die Bekämpfung der Armut und der sozialen Ausgrenzung sind seit seiner Gründung die Hauptaufgaben des rein sozial ausgerichteten „Service d’Accompagnement Social“, kurz SAS, der „Ligue“. Ein Blick in den Aktivitätsbericht der „Ligue“ bringt es an den Tag: Allein im Jahre 2015 wurden 1.090 Haushalte vom „Service d’Accompagnement Social“ begleitet. 601 neue Anträge wurden im Jahr 2015 eingereicht. Und in 425 Fällen haben Haushalte die Verwaltung ihrer Finanzen an diese Dienststelle abgegeben. „Unsere Hauptaufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Miete und die monatlichen Rechnungen beglichen werden und eine Reserve für Unvorhergesehenes angelegt wird, damit die Wohnung erhalten bleibt“, nennt Jean Rodesch nur einige Beispiele.
Die soziale Begleitung zielt in erster Linie darauf ab, die Betroffenen nach einer präzisen Bestandsaufnahme zu beraten und ihnen unter Berücksichtigung ihrer freien Entscheidung angemessene Möglichkeiten zu bieten und Anlaufstellen zu nennen, um ihrer Lage wieder Herr zu werden. In Art.16 des RMG-Gesetzes liest das sich wie folgt:
- conseiller le demandeur et lui proposer, dans le respect de son libre choix, les moyens les plus appropriés pour faire face à ses besoins et à l’orienter, le cas échéant, vers les services et les personnes qui peuvent lui assurer les aides préventives, palliatives et curatives que réclament sa situation et celle de la communauté domestique dont il fait partie;
- conseiller et orienter l’intéressé, tenu à épuiser toutes les possibilités non encore utilisées dans la législation luxembourgeoise ou étrangère afin d’améliorer sa situation, vers les personnes et organismes dispensateurs de ces possibilités et, si besoin en est, l’aider à accomplir les formalités et démarches usuelles;
- informer, conseiller, orienter et guider le demandeur dans la gestion de son budget.
Die Ausführung der Bestimmungen aus dem RMG-Gesetz von 1999 obliegt ebenfalls größtenteils dem „Ligue“-eigenen „Service régional d’Action sociale“. Sinn und Zweck dieses Dienstes bestehen in erster Linie darin, den Beziehern die berufliche und soziale Eingliederung wieder zu ermöglichen. „L’activité principale du service consiste à aider les bénéficiaires de l’indemnité d’insertion à s’intégrer sur le plan professionnel et social“, lesen wir. Und weiter:
«Art. 1er.
Dans le cadre de la lutte contre l’exclusion sociale, il est institué un droit à un revenu minimum garanti qui confère, dans les conditions fixées par la présente loi, des moyens suffisants d’existence ainsi que des mesures d’insertion professionnelle et sociale.
…
Les activités d’insertion professionnelle prennent la forme:
- de préparation et de recherche assistées, pendant une durée qui ne peut excéder trois mois, d’une activité professionnelle rémunérée ou d’une des activités visées sous et ci-dessous;
- d’affectation temporaire à des travaux d’utilité collective auprès de l’Etat, des communes, des établissements publics, des établissements d’utilité publique ou de tout autre organisme, institution ou groupement de personnes poursuivant un but non lucratif;
- d’affectation temporaire à un stage en entreprise selon des modalités fixées par règlement grand-ducal.
Überschuldung vermeiden
Ein nicht zu unterschätzender Stellenwert in den weit gefächerten Aktivitäten der „Ligue“ nimmt seit geraumer Zeit auch die Bekämpfung der Überschuldung ein. „Die Menschen werden ja heutzutage regelrecht mit Angeboten überrumpelt, wie man sein Geld ausgeben kann“, bedauert Jean Rodesch und dient auch gleich mit einem Rechenbeispiel: Wer mehr als 60 Prozent seiner monatlichen Bezüge für Rückzahlungen ausgebe, gelte als überschuldet. Die Folgen für den Betroffenen: Gehaltspfändung, soziales Abseits, innere Leere, Einsamkeit. Bei 30 Prozent spreche man bereits von exzessiver Verschuldung.
Für die „Ligue médico-sociale“ ergeben sich Fragen über Fragen: Wie viele Gläubiger erheben Ansprüche? Bestehen schon Lohnabtretungen? Befindet sich der Arbeitsplatz in Gefahr? Ist die Wohnung schon per Gerichtsvollzieher gepfändet? – Ob mehr oder weniger schwierig – die Betroffenen könnten sich auf kompetente Unterstützung verlassen. Demnach: „Hilfe in Sachen Geld, die unentgeltlich ist.“ Der innerhalb der „Ligue“ arbeitende „Service d’information et de conseil en matière de surendettement“ ziele somit in erster Linie darauf ab, betroffenen Haushalten und Familien eine Hilfestellung zu geben, um aus ihrer misslichen Lage herauszufinden. Dazu zähle beispielsweise die Erstellung von Finanzierungsplänen oder die Herbeiführung von Vereinbarungen mit den Gläubigern. Parallel dazu wolle man der Überschuldung aber auch mit gezielten Maßnahmen vorbeugen, „damit es erst gar nicht so weit kommt.“ So sei es beispielsweise unerlässlich, regelmäßig auftretende Ausgaben wie beispielsweise die einmal im Jahr anfallenden Ausgaben für Versicherungen, die den Haushalt mitunter sehr schwer belasten könnten, im Hinterkopf zu behalten.
Diese Dienststelle verstehe sich als vertrauenswürdiger Ansprechpartner, wenn es um finanzielle Fragen gehe, die man vielleicht weniger gerne im Familien- oder direkten Freundeskreis anspreche.
„Gesond liewen“ heiße ein weiteres Angebot der „Ligue“ und umfasse u.a. Beratung in Familienfragen oder falls nötig juristische, medezinische oder psychologische Weiterorientierung.
Flächendeckende Fürsorge
Mit ihren landesweit arbeitenden Außenstellen, 13 „Centres médico-sociaux“ mit ihren in etwa 180 Mitarbeitern, erreicht die „Ligue“ sicherlich etwas, was niemand so ohne weiteres anbieten könnte, nämlich eine flächendeckende medizinische und soziale Fürsorge. „Die Gesundheit unserer mittlerweile rund 550.000 Einwohner liegt uns am Herzen“, fasst Jean Rodesch noch einmal zusammen. „Wir sorgen für ihr Wohlbefinden und das ihrer Kinder und setzen alles daran, dass ihre Probleme kleiner werden, ihnen ihre Sorgen nicht über den Kopf wachsen und sie einen Ausweg finden.“
Seit 1927 verkauften jedes Jahr zum Nationalfeiertag die Schulkinder die „Prinz-Jean-Blume“ zugunsten von Luxemburgs ältestem privaten Sozialwerk, „eine Blume als Symbol gegen Krankheit und für Solidarität.“
Viele Fragen, eine Telefonnummer
Dass bei einer solchen Vielfalt von Themenfeldern auch sehr unterschiedliche Frage auftreten, liegt in der Natur der Sache. Erwähnen wir deshalb der Vollständigkeit halber, dass die „Ligue médico-sociale“ unter einer einzigen Rufnummer für allmögliche Fragen aus dem sozialen Bereich zur Verfügung steht. Unter der Nummer 8002-9898 beraten Sozialarbeiter der „Ligue“ die Anrufer von montags bis freitags von 9-12 und von 13-17 Uhr – anonym, vertraulich und gratis.
s.h.