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Zahlen Sie auch zu viele Steuern?

das aendert sich

Eine Übersicht, was sich mit dem Steuerjahr 2017 verändert.

Wer sich in diesen Wochen mit seiner Steuererklärung für 2016 befasst hat, bei welcher die Änderungen durch die jüngste Reform bekanntlich noch keine Anwendung finden, der wird sich der Tatsache bewusst, dass er sich im Rahmen seiner Steuerplanung für das laufende Jahr 2017 bereits jetzt mit den Änderungen vertraut machen muss.

Denn wenn wir uns später, im ersten Quartal des kommenden Jahres, das Formular für 2017 herunterladen, wird es zu spät sein für konkrete Maßnahmen. In den letzten Jahren hatten wir uns alle daran gewöhnt, dass man in dieser Hinsicht den Dingen ihren Lauf lassen konnte, weil keine neuen Steuersparmöglichkeiten hinzukamen und die Plafonds und Sockel der bestehenden Bestimmungen nicht verändert wurden.

Das ist jetzt aber anders, und wir wollen hier gerafft darlegen, welche Bestimmungen seit Jahresbeginn abgeändert sind. Dabei sollen hauptsächlich die neuen Regeln im Vergleich zu den alten erläutert werden, ohne hier das Altbekannte in voller Breite zu wiederholen.

Welche der erweiterten Möglichkeiten er in welchem Ausmaß nutzt, das bleibt natürlich jedem überlassen, wobei er abwägen muss, ob er angesichts seiner eigenen Einkommenslage und der Lebensumstände bereit oder in der Lage ist, bestimmte Steuer-Sparmaßnahmen durchzuziehen, um sich die damit verbundenen Steuervorteile zu sichern, oder ob er lieber darauf verzichtet.

Welche Steuerbeträge man nun genau einsparen kann oder sollte, das hängt bekanntlich stark von der persönlichen und familiären Lage (Zivilstand, Alter, Kinderzahl, Sonderbelastungen, Vermögens- und Verschuldungslage usw.) ab, wie auch vom jeweiligen Einkommensniveau und den sich daraus ergebenden marginalen Steuersätzen.

Ein weiterer Faktor, der zu beachten ist im Falle von abzugsfähigen Sparmaßnahmen, betrifft natürlich die tatsächliche Rendite, zu welcher die jeweiligen Abzüge führen können oder führen werden. Diesbezüglich präzise und allgemeingültige Ratschläge zu erteilen, wäre ein verwegenes Spiel, weil die individuelle soziale und wirtschaftliche Lage einen erheblichen Einfluss auf die Sinnhaftigkeit jeder Steuerplanung hat.

Unsere Absicht ist es daher lediglich, hier die wichtigsten Fakten zu liefern, die jeder kennen sollte, und nur einige generelle Bemerkungen hinzuzufügen.

Was ist nun 2017 an der Steuerfront anders als 2016? Da gibt es zuerst einmal eine Reihe von Veränderungen, die einen eher automatischen Charakter haben und daher die persönliche Planung lediglich indirekt beeinflussen. Vieles aber bleibt natürlich beim Alten und braucht somit hier nicht weiter thematisiert zu werden, etwa in welchem Ausmaß man wohltätige Geldspenden geltend machen kann oder wie es um die (unverändert gebliebenen) sogenannten Werbungskosten (frais d’obtention), z. B. die abzugsfähigen Fahrtkosten zum Arbeitsplatz, steht.

Manches wie gehabt

Unverändert bleibt auch, wer eine jährliche Einkommensteuererklärung abgeben muss oder sollte. Eine solche muss man unter anderem einreichen, wenn man als Lohnempfänger oder Rentner ein zu versteuerndes Einkommen von über 100.000 € im Jahr hat, oder, unter dieser Grenze, wenn man mehrere Lohnsteuerkarten oder mehr als einen Arbeitgeber hat oder neben dem Gehalt noch zusätzliche Einkommen bezieht, etwa Mieteinnahmen oder Aktienerlöse. In weiteren Fällen darf man eine Steuererklärung abgeben, beispielsweise, um steuerliche Abzüge geltend zu machen, welche nicht auf der Lohnsteuerkarte eingetragen sind oder eingetragen werden können, z. B. bei Schuldzinsen auf dem Eigenheim.

Keine Rolle bei der Steuererklärung spielt auch die Verdoppelung der Quellensteuer auf Zinseinkünften (retenue à la source) von 10% auf 20%, weil es sich hier um eine Abgeltungssteuer (impôt libératoire) handelt, die eine Erwähnung der entsprechenden Einkünfte auf der Steuererklärung überflüssig macht.

Dann gibt es zudem Veränderungen, um die man sich nicht zu kümmern braucht, weil die Sache sich von selbst regelt, vor allem, weil die Steuerverwaltung die notwendigen Schritte sicherstellt. Dies gilt etwa für die Abänderung der Steuertabelle (barème) oder die Abschaffung der ominösen Budget-Ausgleichssteuer (impôt d‘équilibrage budgétaire temporaire).

Allein oder gemeinsam

Eine Neuerung ab 2017, die nur für einen Teil der Steuerzahler von eventuellem Interesse ist, betrifft die steuerliche Einzelveranlagung von Paaren. In der Vergangenheit wurden Eheleute prinzipiell gemeinsam besteuert (imposition collective), während bei den eingetragenen Partnerschaften (PACS) eine gemeinsame Besteuerung stets nur auf einen gemeinsamen Antrag hin erfolgt, nicht aber ipso facto. Ab dem Steuerjahr 2018 können auf Anfrage auch verheiratete und nicht getrennt lebende Paare separat besteuert werden.

Die entsprechende Anfrage müssen sie allerdings jeweils vor dem 31. Dezember des Vorjahres (also erstmals Ende 2017) einreichen, und diese ist dann für das folgende Steuerjahr unwiderruflich. Es sollte hier aber deutlich hervorgehoben werden, dass sich durch die individuelle Veranlagung die gemeinsame Steuerlast nicht nennenswert verringern lässt, u. a. wegen der Anwendung der Steuerklasse 1.

Punktuelle Änderungen

Für die Grenzgänger gibt es diverse Veränderungen im Sinne einer erweiterten Gleichstellung mit den Gebietsansässigen: Wir gehen darauf hier nicht im Einzelnen ein, da nur wenige Staatsbedienstete betroffen sind, denen wir die entsprechenden Recherchen selbst überlassen. Zu erwähnen bleibt aber, dass nur eine Offenlegung der gesamten Einkünfte des Haushaltes im Endeffekt zu einer Gleichstellung mit den Gebietsansässigen führt.

Auch die teilweise Erhöhung des Steuerkredits für Arbeitnehmer (crédit d’impôt pour salariés) findet ihre Anwendung ohne ein persönliches Eingreifen. Bisher lag dieser Abzug einheitlich bei 300 € im Jahr; ab 2017 erreicht er graduell zwischen 300 und 600 €, solange der zu versteuernde Bruttolohn unter 11.265 € liegt, beträgt dann 600 € für einen Bruttolohn bis 40.000 €, um sich darüber hinaus wieder abzusenken bis gegebenenfalls auf 0 € ab einem Bruttolohn von 80.000 €. Das Gleiche gilt für den Steuerkredit der Rentner (crédit d’impôt pour pensionnés).

Familiäres

Erwähnen wir dann einige Anpassungen von Beträgen, deren Handhabung wir hier nicht zu erläutern brauchen, weil die Betroffenen (oder Nutznießer) bereits damit vertraut sind oder sich anderswo im Einzelnen informieren können. Der Höchstbetrag der abzugsfähigen Alimenten-Zahlungen (rentes alimentaires) wird von 1.920 auf 2.208 € jährlich angehoben, die abzugsfähigen Sonderausgaben wegen Kindern, die außerhalb des Haushaltes leben (abattement pour charges extraordinaires pour des enfants ne vivant pas au ménage) steigen von 3.480 auf 4.020 € im Jahr. Und schließlich werden die maximalen Abzugsmöglichkeiten der Kosten für sozialversichertes Haushaltspersonal (für häusliche Arbeit, für die Betreuung von Kindern und älteren Personen) von 3.600 auf 5.400 € angehoben.

Der Steuerkredit für Alleinerziehende (crédit d’impôt monoparental) wird von bisher 750 € im Jahr ab 2017 bei Jahreseinkommen von weniger als 35.000 € auf 1.500 € verdoppelt und verringert sich bei höheren Einkommen zwischen 35.000 € und 105.000 € graduell auf 750 €. Dieser Betrag wird auch bei Einkünften über 105.000 € gewährt.

Subventionen für Umweltausgaben

In der Presse stark hervorgehoben wurden die steuerlichen Fördermaßnahmen für die Anschaffung umweltverträglicher Verkehrsmittel (abattement pour les véhicules particuliers à zéro émission), die im Automobilbereich 5.000 € für elektrische und wasserstoffbetriebene Fahrzeuge und 300 € für Fahrräder und sogenannte Pedelecs (also pedalbetriebene Fahrräder mit einem elektrischen Hilfsmotor) ausmachen.

Auf die (etwas ökologisch verbrämt) veränderte Besteuerung der Dienstwagen bei Privatfirmen gehen wir hier nicht ein, genau wie auch die staatliche Großzügigkeit bei den Chèques repas.

Neuer Kontext

Was nun die generelle Reduzierung der Steuerlast (vor allem durch die Anpassung der Steuertabellen und die Abschaffung der Budget-Ausgleichssteuer) betrifft, die ja in den Medien ausgiebig gewürdigt und gefeiert wurde, so erlebt bei dieser Reform praktisch jedermann tatsächlich eine deutliche Erleichterung. Selbstverständlich handelt es sich hier in erster Linie um eine späte Annullierung der graduellen und massiven Steuererhöhungen der letzten Jahre für das Salariat und die Haushalte.

Inzwischen konnte jeder das konkrete Ausmaß dieser Erleichterung feststellen durch den Vergleich der 2017er Lohntüten mit jenen der letzten Monate des Vorjahres, unter Beachtung selbstverständlich der gleichzeitig fällig gewordenen Indextranche von 2,5% des Bruttolohnes.

In diesem Kontext ist es wichtig hervorzuheben, dass die erhöhte Kaufkraft (durch die jüngste Indextranche wie durch die Steuerreform) allen Steuerzahlern für 2017 ein deutlich höheres Ausgabenbudget zur Verfügung stellt, was eventuell bei der Steuerplanung Beachtung finden kann. Wieviel mehr kann ich ausgeben? Und wieviel mehr will ich sparen?

Förderung des Eigenheimerwerbs

Kommen wir nun aber zu den Veränderungen jener Parameter, welche den Gestaltungsrahmen der Steuersparmöglichkeiten ausweiten. Wir wollen mit den zwei wichtigen steuerlichen Fördermaßnahmen der Vermögensbildung durch Erwerb der Familienwohnung beginnen.

Die Beiträge für einen Bausparvertrag (cotisations versées à une caisse d’épargne-logement) erlaubten bisher eine Reduzierung des zu versteuernden Einkommens um je 672 € pro Person im Haushalt. Künftig, also ab 2017, verdoppelt sich dieser Betrag auf 1.344 € pro Person, unter der Voraussetzung, dass der jüngere der beiden Elternteile oder Partner zum Beginn des entsprechenden Steuerjahres nicht älter als 40 Jahre ist. Andernfalls verbleibt der Höchstbetrag unverändert bei 672 €.

Jüngere Steuerzahler, die die angegebene Altersbedingung erfüllen und bereits einen ordentlichen Bausparvertrag über einige Hunderttausend Euro abgeschlossen haben, werden also ohne eine Vertragsänderung Nutznießer dieser Neuregelung und können künftig mehr absetzen. Für jüngere Neuinteressenten hingegen wird das echte Bausparen im Hinblick auf den Eigenheimerwerb nun attraktiver.

Unsere Mitglieder wissen diesbezüglich, dass für sie die günstigen CGFP-Bedingungen über die Œuvre CGFP d’Épargne Logement (tel.: 47 36 51) und ihren Partner BHW-Bausparkasse zu erlangen sind. Das Bausparen berechtigt bekanntlich prinzipiell zu einem späteren Baudarlehen. Dabei braucht man aber die eigentliche Darlehenszuteilung nicht abzuwarten, weil schnell eine sogenannte Zwischenfinanzierung (mit variablem oder festem Zinssatz) möglich ist.

Wer aber zum Zeitpunkt der Unterzeichnung eines Bausparvertrags bereits ein Eigenheim besitzt, der kann später den dann zugeteilten Kredit nutzen für Renovationsarbeiten, aber auch für die Rückbezahlung eines bestehenden Hypothekar- oder Bausparkredites. In diesem Zusammenhang ist nämlich zu beachten, dass ab 2017 Gelder aus früheren bereits zugeteilten Bausparverträgen (auch nach der Zehnjahresfrist) unbedingt in die Anschaffung oder Renovierung oder in Rückzahlung diesbezüglicher Kredite fließen müssen. Andernfalls wird der steuerliche Abzug jeglicher künftiger Einzahlungen in Bausparverträge von der Steuerverwaltung abgelehnt.

Schuldzinsen

Bekanntlich sind die Schuldzinsen auf einem Bauspardarlehen oder auf einem Hypothekarkredit zum Erwerb des Eigenheims ihrerseits steuerlich abzugsfähig bis zu einem gewissen Höchstbetrag. Das entsprechende Maximum an Zinsen wurde ab 2017 angehoben, und zwar für die ersten 5 Jahre nach Einzug in die Wohnung von 1.500 auf 2.000 €, für die folgenden 5 Jahre von 1.125 auf 1.500 € und für die weiteren Folgejahre von 750 auf 1.000 €. Während der Bauphase des Eigenheims sind die Schuldzinsen bekanntlich steuerlich integral absetzbar, und dies, solange die Wohnung nicht bezugsfertig ist.

Neu bei den Wohnungs-Schuldzinsen ist ferner, dass die gezahlten und abzugsfähigen Zinsen künftig nicht mehr um den sogenannten Mietwert (valeur locative forfaitaire) gekürzt werden, ein auf der Basis des sogenannten Einheitswertes (valeur unitaire) der Wohnung berechneter fiktiver Betrag. Diese Maßnahme hat für die Steuerlast nur eine minimale Auswirkung; sie stellt aber immerhin eine administrative Vereinfachung dar. Was nun die Versicherungskosten bei der Eigenheimfinanzierung betrifft, also die sogenannte Restschuldversicherung für die Darlehen, so verändern sich die steuerlichen Bestimmungen nicht. Auf die Versicherungsausgaben kommen wir im Folgenden zurück.

Zu bemerken bleibt aber, dass bei den Schuldzinsen für Konsumkredite (prêts personnels), die in keinem Zusammenhang mit einer Wohnung stehen, der bisherige Höchstbetrag unverändert bei 336 € pro Person im Haushalt bleibt. Allerdings wurde dieser Höchstbetrag mit dem Höchstbetrag für abzugsfähige Versicherungsprämien verschmolzen, so dass insgesamt nur mehr ein Höchstbetrag von 672 € pro Person im Haushalt für Zinsen und Versicherungen gewährt wird.

Mietwohnungen

Erwähnen wir in diesem Zusammenhang aber am Rande noch die künftige steuerliche Förderung des Zur-Verfügung-Stellens durch einen Wohnungsbesitzer von sozialem Wohnraum (location sociale par l’intermédiaire d’organismes conventionnés), sowie die zeitlich begrenzte verminderte Gewinnbesteuerung beim Verkauf von Wohnimmobilien (mise sur le marché d’immeubles destinés à la vente).

Im ersten Fall werden ab 2017 die Mieteinkünfte über eine Agence Immobilière Sociale zu 50% steuerbefreit; im zweiten Fall werden die bis zum 31. Dezember 2017 erzielten Veräußerungsgewinne (plus-values immobilières) mit nur einem Viertel des normalen Steuersatzes belastet statt mit dem halben Steuersatz.

Wir wollen hier nicht im Einzelnen ausführen, wie sich Steuern sparen lassen durch den Erwerb einer zu vermietenden Wohnung, denn die diesbezüglichen Regeln erleben keine Veränderung. Diese Spar- und Anlageform ist in Luxemburg nicht zuletzt wegen der anhaltenden Wertsteigerungen im Immobilienbereich interessant, dies zum Leidwesen der jungen Menschen, die Besitzer einer Wohnung werden wollen.

Von den zu versteuernden Mieteinkünften sind die Schuldzinsen wie auch alle sonstigen Kosten in voller Höhe abzugsfähig, und es kann während der ersten 6 Jahre eine Abschreibung in Höhe von 6% des Anschaffungswertes des Objektes (inklusive 17% Mehrwertsteuer) geltend gemacht werden. Wer aber zum Vermieter werden will, der weiß auch, dass er sich laufend um (einen) Mieter zu kümmern hat und sich gegebenenfalls den mehrheitlichen Beschlüssen der Miteigentümer von Wohnresidenzen beugen muss.

Versicherungsausgaben

Zu den abzugsfähigen Sonderausgaben (dépenses spéciales) gehören neben den schon erwähnten Bausparbeiträgen und Schuldzinsen vor allem auch die Aufwendungen für gewisse Versicherungen sowie für Zusatzpensionen.

Für die eigentlichen Versicherungskosten gelten auch künftig die bisherigen Bestimmungen unverändert. Sind die entsprechenden Belastungen insgesamt unter 480 € (bei Paaren unter 960 €), so gilt dieser Pauschbetrag, ohne dass irgendwelche Belege zu liefern wären. Sind die Ausgaben aber höher, so kann der tatsächliche, belegbare Betrag für Zinsen auf Konsumkrediten und Versicherungsprämien geltend gemacht werden bis zu einem Höchstbetrag von 672 € pro Person im Haushalt. Wichtig ist es hier aber zu wissen, dass für die Restschuld-Versicherungen mit Einmalzahlung (à prime unique) deutlich höhere Maximalbeträge gelten, außerhalb der normalen jährlichen Höchstbeträge.

Hervorzuheben bleibt schließlich, dass aber nicht alle Versicherungspolicen geltend gemacht werden können. Abzugsfähig sind – künftig wie schon bisher – neben den Lebensversicherungen mit einer Laufzeit von mindestens 10 Jahren, die Sterbens-, Unfall- und Invaliditäts- sowie die Haftpflicht-Versicherungen (ebenfalls für die Autohaftpflicht), wie auch die Beiträge für Mutualitätskassen wie etwa für die CMCM / Caisse Médico-Complémentaire Mutualiste (auch mit Prestaplus und Denta & Optiplus) und für eine Sterbekasse, wie etwa für die Œuvre CGFP de Secours Mutuels. Dagegen können aber die Prämien der sogenannten Sachversicherungen, also für Feuer, Casco, Rechtsschutz, Glas und Diebstahl, steuerlich nicht geltend gemacht werden.

Zusatzpensionen

Für die Investitionen in eine persönliche Zusatzpension (contrat de prévoyance-vieillesse) gemäß Artikel 111bis des Einkommensteuergesetzes gilt ab 2017 ein einheitlicher jährlicher Höchstbetrag von 3.200 Euro, unabhängig vom Alter des Steuerzahlers. Bei zusammen besteuerten Paaren kann jeder der beiden Partner diesen Betrag eventuell voll ausschöpfen. Bisher war die maximale steuerliche Abzugsfähigkeit altersmäßig gestaffelt, von 1.700 Euro unter 45 Jahren bis 3.200 Euro ab 55 Jahren.

Für die jüngeren Steuerzahler gibt es hier somit nun eine deutliche Ausweitung ihres steuerlichen Spielraumes, wobei jeder sich natürlich die Frage stellen muss, ob er diesen teilweise oder voll nutzen kann, ohne das Konsumbudget seines Haushaltes zu stark zu belasten, nicht zuletzt angesichts des Aufwandes für das Eigenheim und für andere Ausgaben (Kinder, Studien der Kinder usw.). Hier hat die Regierung womöglich eine großzügige theoretische Fördermaßnahme zugestanden, die in der Praxis aber von vielen jungen Menschen nicht genutzt werden kann.

Für die diesbezüglichen persönlichen Überlegungen und Entscheidungen spielt bei den Zusatzpensionen, genau wie auch bei den längerfristigen Lebensversicherungen, die zu erwartende Rendite eine Rolle. Wenn in den heutigen Zeiten die Zinsrendite für die Sparer generell alles andere als berauschend ist, so bleibt diese präzise Form des Sparens vor allem wegen der steuerlichen Förderung interessant.

Bleibt eine Nettorendite?

Den derzeitigen, generell schwachen Zinssätzen auf Bankkonten, Wertpapieren, Versicherungs- und Pensionsverträgen steht natürlich eine niedrige Inflationsrate gegenüber. Mittelfristig kann die Lage sich stark verändern, mit höheren Preissteigerungen und einer Anhebung der Zinssätze. Der Umstieg des Sparers in andere Investitionsformen, wie Aktien und Immobilien, will jedenfalls sehr gut überlegt sein.

Gegenüber den nicht steuerlich geförderten Sparformen wird die finale Rendite von Pensionsfonds dadurch erheblich aufgebessert, dass die erforderliche Sparanstrengung des Einzelnen zu einem beachtlichen Teil indirekt vom Staat getragen wird. In dem untenstehenden Kasten versuchen wir zu zeigen, wie hoch diese Steuerersparnis tatsächlich ist.

Zwar sind die späteren Leistungen im Pensionsalter zu versteuern, allerdings nur zur Hälfte ihres Betrags (bei der monatlichen Leibrente) oder mit dem halben Steuersatz (bei einer teilweisen oder vollständigen Kapital-Rückerstattung zum Zeitpunkt des Pensionsantritts). Zu bemerken ist hier, dass der Steuerpflichtige ab 2017 die Wahl hat, sich das Endsaldo eines Zusatzpensionsvertrages entweder integral als Kapital, integral als monatliche Leibrente oder als kombinierte Form der beiden Möglichkeiten auszahlen zu lassen.

Weil es sich hier um Langzeit-Sparen handelt, ist eine Investition der entsprechenden Ersparnisse in sichere Wertpapier-Investmentfonds (en unités de compte) viel einträglicher als eine Investition in Euro-Guthaben (à capital garanti). Dem interessierten Sparer werden daher stets unterschiedliche Anlageformen zur Auswahl gestellt.

Es würde den Rahmen dieses Artikels natürlich sprengen, hier weitere Einzelheiten über die verschiedenen Sparanlagen zu liefern. Wer aber an einer Zusatzpension interessiert ist, der kann sich ganz unverbindlich und kostenlos beraten lassen bei unserer Versicherungsagentur CGFP Assurances (16, rue Erasme, L-1468 Luxemburg, www.cgfp-assurances.lu, , Tel.: 27 04 28 01.).

Paul Zimmer

 

Wie viel Steuern spare ich konkret durch eine Sparmaßnahme?

Unsere Leser werden sich unweigerlich die Frage stellen nach dem präzisen Ausmaß der Steuer-Ersparnis, die ihnen ihre diversen Steuerplanungs-Maßnahmen einbringen können. Darauf gibt es jeweils eine ganz individuelle Antwort, die abhängig ist von der Höhe des zu versteuernden Einkommens und von der anzuwendenden Steuerklasse (Steuerklasse 1 für Singles und Steuerklasse 2 für Paare und Familien).

Bekanntlich wird bei der Einkommensteuer das Einkommen in Tranchen eingeteilt, die bei steigendem Betrag nach und nach mit einem jeweils höheren Steuersatz belastet werden, von 0% bis 43% zuzüglich eines Aufschlags von 7% oder 9%. Wenn man es also jetzt schafft, den zu besteuernden Gesamtbetrag um einige Tausend Euro abzusenken, vermindert man dabei das Einkommen der am höchsten belasteten Tranche oder Tranchen. Ihre Ersparnisse an Steuern hängen also ab von Ihrem persönlichen „höchsten marginalen Steuersatz“. Bei mittleren Einkommen erreicht und übersteigt dieser durchaus 30% und 40%.

Eine Einsparung von 41,73% (die sich errechnet aus der Tabellen-Steuerquote von 39% und dem Arbeitsfonds-Aufschlag von 7%) erreicht man beispielsweise ab einem Jahreseinkommen (Bruttoeinkommen minus alle steuerlich zugelassenen Abzüge) von 46.000 € in der Steuerklasse 1 und von 92.000 € in der Steuerklasse 2.

Noch konkreter ausgedrückt: Wenn Sie es schaffen, 1.000 € in Abzug zu bringen, so sparen Sie dadurch einen Steuerbetrag von 300 € ab einem Jahreseinkommen von 35.000 € beziehungsweise 69.000 €, und Sie sparen 400 € ab 45.000 € in Steuerklasse 1 oder ab 89.000 € in Klasse 2.

Die nachstehende Tabelle liefert in abgerundeten Zahlen eine breitere Übersicht bezüglich der Entwicklung des marginalen Steuersatzes je nach Jahreseinkommen:

        Einkommen*    Klasse 1        Klasse 2
        20.000             12,8%            0,0%
        30.000             23,5%           10,7%
        40.000             34,2%           12,8%
        50.000             41,7%           19,3%
        60.000             41,7%           23,5%
        80.000             41,7%           34,2%
        100.000           42,8%           41,7%
        150.000           44,7%           41,7%
        200.000           45,8%           42,8%
        * zu versteuerndes Jahreseinkommen nach Abzügen, in €

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