CGFP CGFP - Confédération Générale de la Fonction Publique 24/11/2017 03:36
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„Si c’était à refaire, je le referais“

E Haag

Ein „fp“-Gespräch mit dem langjährigen CGFP-Nationalpräsidenten Emile Haag.

fonction publique: Herr Haag, Sie waren mehr als 30 Jahre lang gewerkschaftlich aktiv, über 27 Jahre davon als Vorsitzender der CGFP. Wie kam es überhaupt zu dieser Entscheidung, sich gewerkschaftlich zu engagieren?


Emile Haag: In Kontakt mit der Gewerkschaftsarbeit kam ich in der Tat über den damaligen Generalsekretär und CGFP-Gründer Jos. Daleiden. Wir kannten uns zu dem Zeitpunkt noch nicht persönlich. Ich war allerdings gut befreundet mit dessen Schwager, Ernest Eyschen, einem Weggefährten aus meiner Studienzeit in Diekirch. Und über ihn ist es Jos. Daleiden dann auch gelungen, mich für die CGFP zu begeistern.

fonction publique: Ihr wahres gewerkschaftliches Zuhause hatten Sie allerdings nicht gleich auf Anhieb gefunden...

Emile Haag: Zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit im „Stater Kolléisch“ im Januar 1967 sind in der Tat die damals Verantwortlichen der APESS an mich herangetreten, um mich als Mitglied für die, wie es damals hieß, „Proffegewerkschaft“ zu gewinnen. Ich habe allerdings von Anfang an darauf bestanden, selbst als Jos. Daleiden sich an mich wandte, dass meine Lehrertätigkeit stets meine Hauptbeschäftigung bleibe und ich bestenfalls bereit sei, gewerkschaftliche Verantwortung parallel zu meiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer zu übernehmen. Die Unterschiede zwischen APESS auf der einen Seite und CGFP als Dachorganisation auf der anderen wurden mir dann sehr schnell bewusst: Ich war nämlich von Anfang an der Auffassung, dass man auch als Lehrer mit allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, auch den anderen Berufszweigen, solidarisch sein sollte. Bei der APESS war das schon damals nicht der Fall. Für mich allerdings stand die Tatsache, Professor zu sein, nicht im geringsten Widerspruch zu meiner persönlichen Überzeugung, auch für die Interessen anderer Bediensteten einzutreten.

In meinem sogenannten „jugendlichen Leichtsinn“ habe ich dann einer APESS-Vollversammlung den Vorschlag unterbreitet, der CGFP als APESS beizutreten. Die APESS hätte auf diese Weise ihre völlige Unabhängigkeit als Mitgliedsverband behalten, um die Interessen der Lehrerschaft zu verteidigen. Und gleichzeitig wäre sie Bestandteil einer bedeutenden Berufsorganisation geworden, auf die sie immer wieder hätte zurückgreifen können. Sie können sich nicht vorstellen, wie ich damals für meinen Vorschlag verunglimpft wurde. Was ich mir da bloß einbilde, hieß es aus den Reihen der damaligen APESS-Führung. Sie, die Lehrer, ließen ihre Gehälter doch nicht von Angehörigen anderer Laufbahnen bestimmen. Kurz: Eine sachliche Diskussion war unmöglich. Und die Stimmung hatte sich derart hochgeschaukelt, dass ich letztlich auf eine weitere Mitgliedschaft in der APESS verzichtete.

fonction publique: Und somit war der Weg frei für eine eigene Lehrergewerkschaft...

Emile Haag: In der Tat. Vor diesem Hintergrund wurde dann unsere eigene Professorengewerkschaft ins Leben gerufen: die FEDUSE-Enseignement. Sie ist Bestandteil des unter dem Impuls von CGFP-Generalsekretär Jos. Daleiden initiierten allgemeinen FEDUSE-Dachverbandes, der FEDUSE Générale, die aus der „Entente des groupes supérieurs universitaires“ EGSU/CGFP hervorging und alle Bediensteten der oberen Laufbahnen umfasst. Als „Mann der ersten Stunde“ bei der FEDUSE-Enseignement galt Henri Frising, der den ersten Vorsitz übernahm. Ich persönlich war damals gerne bereit, Verantwortung in der Führung der neuen „Proffegewerkschaft“ zu übernehmen, stets aber unter dem Vorbehalt, an erster Stelle meiner Lehrertätigkeit nachzukommen.

Nichtsdestotrotz habe ich dann, das muss im Jahre 1975 gewesen sein, ein erstes Mal für die Berufskammerwahlen im öffentlichen Dienst kandidiert. Parallel hierzu hat sich die Führung der FEDUSE regelmäßig getroffen. Und bei diesen Zusammenkünften war es kein anderer als Jos. Daleiden, der uns immer wieder auf den letzten Stand der gesellschaftspolitischen Entwicklungen brachte. Das war äußerst interessant, und ich persönlich habe dabei sehr viel hinzugelernt.

Ich war mir auch nicht zu schade, im hauptstädtischen Athenäum aktiv Mitglieder für die CGFP zu werben. Und nach und nach haben sich immer mehr Professoren der FEDUSE angeschlossen. Auch wenn das nicht nach jedermanns Geschmack war, war ich nicht darum verlegen, Kolleginnen und Kollegen anzusprechen, um sie für unsere Gewerkschaft zu gewinnen.

fonction publique: In diesen Jahren hat Sie eine neue berufliche Herausforderung in die Vereinigten Staaten von Amerika geführt...

Emile Haag: Stimmt. Von 1971 bis 1973 habe ich in der Tat in den USA gelebt. Neben meiner Tätigkeit als Geschichtsprofessor im hauptstädtischen Athenäum unterrichtete ich damals bereits an der Miami University. Dieses Angebot kam für mich völlig überraschend. Gerade als Geschichtslehrer im „Kolléisch“ angestellt, sollte ich gleich auch noch an einer zweiten Schule unterrichten, und das, obwohl es damals schon sehr renommierte Historiker in Luxemburg gab. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass an der Miami University Geschichte auf Englisch unterrichtet wurde, was mir, der sich als Schüler v.a. dem Studium der lateinischen und altgriechischen Sprache widmete, zunächst einmal Kopfzerbrechen bereitete. Ich musste meine Englisch-Kenntnisse also erst einmal auffrischen. Und im Januar 1969, vor 48 Jahren also, begann ich Geschichte an der Miami University in Luxemburg zu unterrichten. Nach meiner Rückkehr aus den USA trat der damalige Kulturminister Robert Krieps mit einem weiteren Anliegen an mich heran, und zwar, ob ich als Geschichtslehrer nicht bereit sei, für die Staatsarchive Tonaufzeichnungen mit Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs vorzunehmen. Fünf Jahre lang, von 1975 bis 1980, war ich teilweise von meiner Hauptbeschäftigung freigestellt, um für die Staatsarchive tätig zu sein.

fonction publique: Und 1980 waren erneut Berufskammerwahlen im öffentlichen Dienst...

Emile Haag: Richtig. Und in demselben Jahr verstarb der damalige „Kolléisch“-Direktor Joseph Poeker. Seinen Posten übernahm Henri Folmer, zuvor stellvertretender Direktor des Athenäums. Es ging nun darum, den freigewordenen Posten des stellvertretenden Direktors neu zu besetzen. Zwei Tage vor Ablauf der Einschreibefrist trat Henri Folmer an mich heran und motivierte mich dazu, meine Kandidatur zu stellen. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Zunächst hatte ich, wie eingangs erwähnt, unter den APESS-Angehörigen ja nicht nur Freunde im „Kolléisch“. Ferner hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, in die Vereinigten Staaten von Amerika zurückzukehren, um dort weiter Karriere zu machen. Aus persönlichen Gründen fiel dann meine Entscheidung, in Luxemburg zu bleiben. Und wenn ich schließlich für den frei gewordenen Posten des beigeordneten „Kolléisch“-Direktors kandidierte, so tat ich dies an allererster Stelle, um mich voll und ganz auf die Schüler und deren Bedürfnisse zu konzentrieren. Als Geschichtsprofessor unterrichtete ich mitunter in zwölf verschiedenen Klassen. Das Interesse an dem Posten des beigeordneten „Kolléisch“-Direktors war natürlich sehr groß. Letztlich fiel dann die Entscheidung zu meinen Gunsten aus. Und somit wurde ich im Jahre 1981 zum beigeordneten Direktor des hauptstädtischen Athenäums ernannt. Diesen Posten bekleidete ich zwölf Jahre lang, bevor ich 1993 schließlich Direktor wurde.

fonction publique: Im Jahre 1985 sind Sie ein erstes Mal in die Berufskammer der öffentlichen Bediensteten gewählt worden...

Emile Haag: Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo ich für die Miami University Workshops in den USA leitete. Kein anderer als mein Schwiegervater rief mich damals an, um mir mitzuteilen, dass ich gewählt worden sei. Ich habe das zunächst für einen Scherz gehalten, derart überrascht bin ich gewesen. Aber nein: Er hatte wohl Recht. Und auf diese Weise wurde ich Mitglied der Berufskammer der öffentlichen Bediensteten.

fonction publique: Zum richtigen Durchbruch kam es allerdings erst fünf Jahre später, bei den Berufskammerwahlen von 1990...

Emile Haag: Zuvor, das muss im Jahre 1987 gewesen sein, führten wir die Verhandlungen mit der Regierung ganz im Sinne der Lehrerschaft. Im Gegensatz zur APESS haben wir uns als FEDUSE dabei richtig hervorgetan. Das sollte sich bei den Wahlen im Jahre 1990 dann auch auszahlen. Auf Anhieb nämlich wurden drei Kandidaten der FEDUSE Générale in die Berufskammer gewählt. Jos. Daleiden übernahm damals den Vorsitz. Zehn Jahre später durfte ich denselben Posten des Präsidenten übernehmen. Zuvor aber wurde ich zum Vorsitzenden der Allgemeinen FEDUSE, später dann zum Nationalpräsidenten der CGFP gewählt. Nachdem zunächst die untere und dann die mittlere Laufbahn den Vorsitzenden gestellt hatten, kam der CGFP-Präsident nun erstmals aus den Reihen der oberen Laufbahn im Staatsdienst. Dadurch festigte sich auch das Verhältnis  zu Jos. Daleiden, der ja nicht nur CGFP-Generalsekretär, sondern vor allem Initiator und Gründer der CGFP war. Aus gewerkschaftlichen Beziehungen wurde eine echte, dauernde Freundschaft.

fonction pubique: Aber auch im „Kolléisch“ ist die Zeit nicht stehen geblieben...

Emile Haag: 1993, als der damalige „Kolléisch“-Direktor Henri Folmer in den Ruhestand ging, stellte sich in der Tat die Frage nach dessen Nachfolge.

fonction publique: Und der Posten wurde Ihnen zuteil...

Emile Haag: Ich erinnere mich noch genau. Der damalige Außenminister Jacques Poos war der erste, der mich zu meiner Ernennung beglückwünschte. Und zwar am Vorabend des 4. Juli, am Rande der Feierlichkeiten zum amerikanischen Unabhängigkeitstag. Offiziell wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nichts von meiner Ernennung. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie überrascht ich damals war. Übrigens: In all den Jahren, in denen ich Lyzeumsdirektor und gleichzeitig Vorsitzender der FEDUSE bzw. der CGFP war, wurde nicht ein einziges Mal ein Professor benachteiligt, weil er etwa einer anderen Lehrergewerkschaft angehörte. Das begann bereits bei der Einstellungspolitik. Die Lehrer wurden eingestellt aufgrund ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten. Und nicht, weil sie Mitglied einer bestimmten Lehrergewerkschaft waren.

fonction publique: Auf gewerkschaftlicher Ebene wurde es insbesondere in den 90er Jahren richtig lebhaft. Wie haben Sie persönlich diese Zeit erlebt?

Emile Haag: Nachdem 1995 Staatsminister Jacques Santer als EU-Kommissionspräsident nach Brüssel berufen worden war, wurde Jean-Claude Juncker, damals noch Arbeitsminister, Premierminister. Doch bereits zuvor hatte sich Juncker schon mehrfach gegen das – wie es immer hieß – „privilegierte Pensionssystem“ im öffentlichen Dienst ausgesprochen. Die damalige Regierung verfolgte eine doppelte Zielsetzung: Unser Pensionssystem sollte zerschlagen und gleichzeitig der Mechanismus des Ausgleichs („péréquation“) abgeschafft werden. Und der damalige Koalitionspartner der CSV, die LSAP, ließ sich bedauerlicherweise zu deren Handlanger machen, statt sich zu profilieren und eine Lanze für den öffentlichen Dienst zu brechen.

fonction publique: Im Jahre 2000 traten Sie dann die Nachfolge von Jos. Daleiden als Vorsitzender der Berufskammer der öffentlichen Bediensteten an.

Emile Haag: Plötzlich war ich einer dreifachen Belastung ausgesetzt: Direktor des „Kolléisch“, Nationalpräsident der CGFP und Vorsitzender unserer Berufskammer. Eins möchte ich dabei allerdings hervorheben: Ich hatte das große Glück, mich in unserer „Chamber“ von Anfang an auf hochmotivierte Mitarbeiter wie Roger Nicolay und Georges Muller stützen zu können. Wir hatten stets ein hervorragendes Verhältnis zueinander. Selbst wenn ich die „Chamber“-Sitzungen präsidierte, haben sie im Vorfeld ganz viel Vorbereitungsarbeit geleistet. Gutachten, die einen direkten Bezug zum Bildungswesen oder darüber hinaus zum gesamtöffentlichen Dienst hatten, stammten allerdings zu großen Teilen aus meiner Feder. Erschwerend hinzu kam der Umstand, dass der „Kolléisch“ damals, genauer gesagt 2003, sein 400-jähriges Bestehen feierte. Außer den Feierlichkeiten haben wir zu diesem Anlass vier Buchbände veröffentlicht, und später, nach den Festlichkeiten, kam noch ein fünfter hinzu. Auch das kam als zusätzliche Belastung dazu: Die Bücher mussten abgesetzt werden, es mussten Sponsoren gefunden werden. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie zeitaufwändig dies alles war.

fonction publique: Als Meilenstein in der Geschichte der CGFP gilt auch das Jahr 2005...

Emile Haag: Im Jahre 2005, als sich Jos. Daleiden als CGFP-Generalsekretär zurückzog, ging es darum, einen würdigen Nachfolger zu finden. Über unseren damaligen Ersten Vizepräsidenten Pierre Trausch und Berufskammerdirektor Georges Muller traten wir mit Romain Wolff in Kontakt. Er übernahm drei Jahre lang das Amt des Vizepräsidenten und trat dann die Nachfolge von Jos. Daleiden als CGFP-Generalsekretär an. Es ging letztlich auch darum, eine gewisse Kontinuität sicherzustellen, insbesondere mit Blick auf die großen Prinzipien der CGFP. Gleichzeitig konnten wir Claude Heiser, zu dem Zeitpunkt Generalsekretär der FEDUSE, für die CGFP gewinnen. Er bekleidet bis heute das Amt des Ersten Vizepräsidenten. Somit waren die Weichen für eine gesicherte Zukunft gestellt.

fonction publique: Über welche Eigenschaften muss Ihres Erachtens ein erfolgreicher Gewerkschafter verfügen?

Emile Haag (überlegt): Wenn es auf einmal hart auf hart kommt, muss man auch den Mut haben, geradezustehen und es darauf ankommen zu lassen. Genau das war Ende der 90er Jahre unsere Haltung, als das Pensionssystem im öffentlichen Dienst zerschlagen werden sollte. Die Streiks von damals, übrigens die einzigen im öffentlichen Dienst in den vergangenen 50 Jahren, haben zwei Dinge bewirkt: Zum einen sind die damalige Regierung und insbesondere der damalige Staatsminister letztlich nicht so weit gegangen wie ursprünglich geplant. Es ist uns also trotz allem gelungen, weiteren Schaden vom öffentlichen Dienst abzuwenden. Wir hatten es hier ganz klar mit einem vorsätzlichen Vertragsbruch der Regierung zu tun. Den anschließenden Prozess haben wir ja auch gewonnen. Das ist eine Sache. Und zum anderen haben aber auch diejenigen politischen Parteien, die uns diesen ganzen Schlamassel eingebrockt hatten, bei den anschließenden Wahlen die Quittung bekommen.

fonction publique: Welche Ereignisse kommen Ihnen noch in den Sinn, wenn Sie auf über 30 Jahre Gewerkschaftsarbeit zurückblicken?

Emile Haag: In lebhafter Erinnerung habe ich außerdem die noch nicht so weit zurückliegenden Verhandlungen ab dem Jahre 2010. Bereits im Vorfeld dieser Gespräche war laut geworden, dass die Einstiegsgehälter im öffentlichen Dienst um jeden Preis gekürzt werden müssten und wir bedeutende Einschnitte zu erwarten hätten. Aufgrund dieser mehr als fragwürdigen Ausgangsposition haben die Verhandlungen unheimlich lange gedauert. Am Ende haben wir es dennoch geschafft, dass die eigentlichen Anfangsgehälter bei der Festanstellung unangetastet geblieben sind. Stattdessen wurde eine Kompromisslösung für die im Zuge der Dienstrechtsreform auf drei Jahre ausgedehnte „Stage“-Zeit angestrebt und – so sah es zunächst aus – scheinbar auch gefunden. Dennoch, und ich sage es zum wiederholten Mal: Zu einer Herabsetzung der Anfangsgehälter – Grundgedanke der damaligen Regierung –  ist es letztlich nicht gekommen. Ferner sollte das Praktikum grundlegend reformiert werden. Und dazu ist es offensichtlich auch nicht gekommen. Weder die damalige noch die heutige Regierung hat sich in dem Punkt strikt an die Abmachungen gehalten. Ich darf daran erinnern, dass wir es von Anfang an kategorisch abgelehnt haben, dass Praktikanten auf diese Weise zu günstigen Arbeitskräften würden. Und darum kann ich die jüngst von Seiten der CGFP geäußerte Forderung, die ohnehin zweifelhafte 80/80/90-Regelung schleunigst wieder abzuschaffen, auch nur voll und ganz unterstützen.

fonction publique: Vor der CGFP-Vorständekonferenz im vergangenen Dezember haben Sie Ihren Abschied von der gewerkschaftlichen Bühne bekanntgegeben. Auf ein persönliches Abschiedsgeschenk wollten Sie allerdings verzichten...

Emile Haag: Ich habe die Geste von Seiten der CGFP ausdrücklich begrüßt und möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken. Wie bereits anderweitig angekündigt, habe ich den Gesamtbetrag, den mir die CGFP als Abschiedsgeschenk zukommen ließ, integral  an eine Wohltätigkeitsvereinigung weitergeleitet, und zwar an die SOS Kinderdörfer.

fonction publique: Rückblickend gefragt: Würden Sie das Ganze noch einmal tun?

Emile Haag (schmunzelt): Ich möchte dazu Folgendes sagen: Als Lehrer, ja als Professor geht man einer großartigen Beschäftigung, ja, eigentlich einer Berufung nach. Insofern würde ich den Lehrerberuf sicherlich noch einmal ergreifen. Ich bleibe allerdings der Auffassung, dass man sich ebenso die Frage stellen sollte, auf welche Weise man auch noch für seinen Berufsstand Verantwortung übernehmen kann. Die Antwort darauf liegt ganz klar in der Gewerkschaftsarbeit. Um es also auf den Punkt zu bringen: „Si c’était à refaire, je le referais“ –  Könnte ich noch einmal von vorne beginnen, würde ich es wieder tun.

fonction publique: Herr Haag, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch.
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Interview: F.P.