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Top-10-Platzierung für CGFP-Nationalpräsident Romain Wolff

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Ranking der wichtigsten Entscheidungsträger Luxemburgs.

Alle zwei Jahre kürt die unabhängige Jury der „Paperjam“-Redaktion die 100 einflussreichsten Entscheidungsträger Luxemburgs. Die Auswahl erfolgt aufgrund von Kriterien, die vom Verlagshaus „Maison Moderne“ festgelegt werden.

Dieses Mal sicherte sich Norbert Becker den Spitzenplatz. Der Multiunternehmer reiht sich somit in die Garde der vorigen Preisträger ein: Romain Bausch (2006), Michel Wurth (2008), Ernst Wilhelm Contzen (2010), Gaston Reinisch (2012), Pierre Ahlborn (2014) und Marc Giorgetti (2016).

Die Wirtschaft wird nicht nur von Industriekapitänen und Finanzgurus, sondern auch von Persönlichkeiten aus anderen Bereichen beeinflusst, betonten die Jurymitglieder am vergangenen 19. Dezember bei einer nobel inszenierten Zeremonie in der Rockhal in Belval. Bei der Aufstellung des Rankings werden die politisch Verantwortlichen nicht berücksichtigt.

Im Vergleich zum vorigen Klassement gab es viele Veränderungen. Unter den Top 10 rangierten dieses Mal zahlreiche Neueinsteiger. CGFP-Nationalpräsident Romain Wolff ist bei seiner ersten Nominierung sofort auf Platz 10 gerückt. Den Sprung unter die besten Zehn schafften außerdem Alain Kinsch (EY Luxembourg), Caroline Mart (RTL Télé Lëtzebuerg), Bob Kneip (Gründer vom Kneip-Unternehmen), Jean-Louis Schiltz (Anwaltskanzlei Schilz&Schiltz), Pit Hentgen (LaLux), Michel Wurth (ArcelorMittal, UEL, Handelskammer), Nicolas Buck (Fedil, Seqvoia) und René Elvinger (CEBI).

Regelmäßig melde sich Romain Wolff öffentlich zu Wort und verschaffe sich damit offensichtlich viel Gehör, unterstrich Jurymitglied LaurentLoschetter in seiner Lobrede. Manche würden behaupten, dass eine Schelte des CGFP-Nationalpräsidenten den Staatshaushalt finanziell mehr belaste als der Teilabschnitt einer dreispurigen Autobahn, fuhr der Festredner fort. Andere seien der Überzeugung, dass kein Gesetz in Luxemburg ohne Wolffs Zustimmung verabschiedet werde. Manchmal würden die Politiker den Nationalpräsidenten der „mächtigen CGFP“ gar fürchten. Nur wenige würden es wagen, ihn zu ignorieren, schlussfolgerte Loschetter.Bei der Preisüberreichung zeigte sich Romain Wolff in seiner kurzen Ansprache etwas überrascht über seine Auszeichnung. Seit nunmehr 17 Jahren setze er sich für die Belange der öffentlich Bediensteten ein. Ein gut funk-tionierender öffentlicher Dienst sei für alle Bürger des Landes äußerst wichtig. Anschließend widmete Wolff seine Ehrung dem gesamten CGFP-Team. Nur mit dessen Mitwirken könnten die gesteckten Ziele erreicht werden.

Als er vor zwei Jahren zum CGFP-Nationalpräsidenten gewählt wurde, habe er sich fest vorgenommen, alles Erdenkliche in Bewegung zu setzen, damit die unfaire 80/80/90-Regelung endlich abgeschafft werde, verriet Romain Wolff dem „Paperjam“-Magazin in einem kürzlich erschienenen Interview.  Nach dem mit der Regierung erzielten Abkommen müsse nun der entsprechende Gesetzentwurf schnellstmöglich noch vom Parlament verabschiedet werden. Der Tag, an dem diese Abstimmung erfolge, werde für ihn von großer Bedeutung sein. Als das Sprachrohr von mehr als 30.000 Mitgliedern versuche die CGFP, die Interessen des öffentlichen Dienstes und die des Landes zu vereinen, stellte Wolff klar. Im Vordergrund ihres Handelns stünde die politische Unabhängigkeit. Der Dialog mit der vorigen CSV-LSAP Regierung, die bis 2013 das Land regierte, sei etwas schwieriger gewesen, räumte Wolff ein. Das damalige schwarzrote Bündnis habe einen Sozialabbau im öffentlichen Dienst betreiben wollen.

„Ich mag die Idee nicht, einer Partei beizutreten“

Im Gespräch mit „Paperjam“ machte der CGFP-Nationalpräsident keinen Hehl daraus, dass er nichts von einer weiteren Öffnung des Staatsdienstes für Nicht-Luxemburger hält. Laut Gesetz seien schon Bereiche des Staatsdienstes seit 2009 für die EU-Bürger zugänglich. Inzwischen liege der Anteil der ausländischen Staatsbürger zwischen zehn und 13 Prozent, sodass diesbezüglich kein weiterer Handlungsbedarf bestehe. Eine klare Kampfansage machte Romain Wolff in Bezug auf das öffentliche Statut.  Solange er als CGFP-Nationalpräsident Verantwortung trage, laute die Devise: „Fasst dieses Statut nicht an!“ Mit der Infragestellung desselben würde die Politik einen großen Fehler begehen, so Wolff, der es jedoch für unwahrscheinlich hält, dass dieser Fall je eintreten wird. 2002 fasste Romain Wolff den Entschluss, die Enregistrement-Verwaltung zu verlassen, um sich in den Dienst der CGFP zu stellen. Die Umsetzung der Gesetze, mit denen er zuvor als Beamter konfrontiert war, habe sich als schwierig erwiesen. Die entsprechenden Texte seien nämlich so ausgerichtet gewesen, dass sich vor allem Wohlhabende dadurch Steuervorteile verschaffen konnten.

Angesprochen auf seine künftigen Ambitionen, versicherte Romain Wolff, er könne sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, den Sprung in die Politik zu wagen: „Ich mag die Idee nicht, einer Partei beizutreten und nur die Meinung dieser Partei zu vertreten.“

Max Lemmer

 

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