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Communiqués de presse

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dbb-Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach zu Besuch in Luxemburg

13.07.2018

Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des „dbb Beamtenbund und Tarifunion", war am 6. Juli 2018 auf Einladung der CGFP zu Besuch in Luxemburg. Auf dem Programm seines Aufenthalts stand unter anderem ein interessanter Meinungsaustausch mit Beamtenminister Dan Kersch.

Am 20. November 2017 wurde Ulrich Silberbach anlässlich des Gewerkschaftstages in Berlin für fünf Jahre an die Spitze des „dbb Beamtenbund und Tarifunion" gewählt. An der einflussreichen Dachorganisation, der mehr als 40 Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes und des privaten Dienstleitungssektors angehören, führt in Deutschland schon seit langem kein Weg mehr vorbei. Der Deutsche Beamtenbund vertritt die Interessen von insgesamt rund 1,3 Millionen Mitgliedern, etwa zwei Drittel von ihnen sind Beamte, die übrigen Tarifbeschäftigte.

Ulrich Silberbach verfügt über eine langjährige Gewerkschaftserfahrung. Seit seiner Jugend setzt sich der heute 56-Jährige mit viel Leidenschaft für die Interessen der Arbeitnehmer ein. Man sagt ihm nach, er sei „von der Pieke auf ein Verwaltungsmensch." Bis 1990 war der gebürtige Rheinländer Verwaltungsfachangestellter in seiner Heimatstadt Köln, zuletzt beim Kölner Ordnungsamt.

Als Komba-Bundesvorsitzender leitete er in den Jahren 2011 bis 2017 die Geschicke dieser Fachgewerkschaft für die Beschäftigten der Kommunen und deren privatisierten Dienstleistungsunternehmen. Mit ihren rund 90.000 Mitgliedern gehört die Komba zu den Big-Five-Organisationen des dbb.  Unmittelbar nachdem Ulrich Silberbach die dbb-Führung von Vorgänger Klaus Dauderstädt übernommen hatte, legte er sein Amt als Komba-Vorsitzender nieder.

Seit Jahren pflegen die CGFP und der dbb enge Kontakte zueinander. Beide sind Gründungsmitglieder der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI). Diese Dachorganisation setzt sich mit ihrem Präsidenten Romain Wolff und ihrem beigeordneten Präsidenten Ulrich Silberbach für die Belange von mehr als fünf Millionen Mitgliedern ein. Ein Großteil von ihnen sind im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Am 6. Juli 2018 folgte der dbb-Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach einer Einladung der CGFP. Bei seinem Aufenthalt in Luxemburg stand unter anderem ein interessanter Meinungsaustausch mit Beamtenminister Dan Kersch auf dem Programm, dies im Beisein von CGFP-Nationalpräsident Romain Wolff und CGFP-Generalsekretär Steve Heiliger. Dabei stellte sich heraus, dass die Sichtweisen der Gewerkschafter und die des Ministers in vielen Punkten übereinstimmten.

Einig war man sich, dass die Stärkung des öffentlichen Dienstes in den kommenden Jahren ganz oben auf der Agenda stehen müsse, da die Lebensqualität der Bürger von einem leistungsstarken Staatsdienst abhängt. Indem man dem öffentlichen Dienst die gleichen Mittel zur Verfügung stelle wie der Privatwirtschaft, könne man Großes leisten, so Kersch.

Ohne einen vernünftigen öffentlichen Dienst seien die zahlreichen Herausforderungen, wie zum Beispiel die Instandsetzung der zum Teil maroden Infrastrukturen, nicht zu bewerkstelligen, ergänzte Silberbach. Die Arbeitgeber und die Wirtschaftsseite hätten dies inzwischen erkannt.  Auch die Politik schwenke um, so der dbb-Chef, der sich über die neulich erzielte Einigung im Tarifkonflikt für die Beschäftigten von Bund und Kommunen erfreute.

Die Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes erwies sich als bitter notwendig. Nicht nur in Luxemburg nahmen im Laufe der Jahre die personellen Engpässe in vielen Verwaltungen besorgniserregende Ausmaße an. dbb-Einschätzungen zufolge, fehlen dem deutschen Staat derzeit mehr als 200.000 Mitarbeiter.

Der Cheflobbyist der deutschen Beamten und Tarifbeschäftigten Ulrich Silberbach gilt zudem als überzeugter Europäer. Europa müsse sich zusammenraufen, andernfalls sei es unmöglich, die Werte und den Wohlstand aller zu bewahren, betonte er neulich anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Tages des öffentlichen Dienstes. Vor dem Hintergrund der Europawahlen 2019 stünden deshalb alle gesellschaftlichen Kräfte in der Verantwortung.

Diese These untermauerte Silberbach auch bei seinem Abstecher in Luxemburg: „Uns geht derzeit die europäische Idee verloren." Im Vordergrund stünden - genau wie in der Vergangenheit - zunehmend Wirtschaftsfragen. Der soziale Gedanke werde dabei immer mehr unter den Teppich gekehrt. Wahrscheinlich müssten auch in der EU-Kommission einige Menschen wieder wachgerüttelt werden.

Angesichts der bedrohlichen Entwicklung in Europa dürfe man den Rechtspopulisten, die mit ihren Parolen die Bevölkerung aufwiegeln, nicht das Feld überlassen: „Wir dürfen nicht eine ganze Generation ohne Perspektiven aufwachsen lassen, sondern wir müssen Angebote liefern!" Um der rechten Bewegung keine zusätzliche Plattform zu bieten, sollten sich die gemäßigten demokratischen Kräfte in einem Bündnis gegen Rechts vereinigen. Auch die Gewerkschaften seien hier gefordert.

Neue Konzepte müssten her, denn nur so lasse sich eine Spaltung der Gesellschaft - nicht nur, aber auch in der Flüchtlingsfrage - vermeiden, pflichtete ihm Minister Kersch bei. Die Lage sei ernst: Angesichts einer doch wachsenden Kriegsgefahr dürften sich die europäischen Länder keineswegs auseinanderdriften lassen.

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