Vor dem Hintergrund der steigenden Inflation in Luxemburg: Ausfall einer Index-Tranche bleibt für die CGFP unvorstellbar
14.04.2008
Für den Fall, wo durch die hohe Inflation eine Index-Tranche völlig ausgesetzt würde, kündigt die CGFP „heftigen Widerstand“ an
„Durch die im Tripartite-Abkommen aus dem Jahre 2006 beschlossenen Index-Modulierungen darf keine der zu erwartenden Index-Tranchen ausfallen“, mahnt die Confédération Générale de la Fonction Publique CGFP mit Blick auf die steigende Inflation in Luxemburg. Ein solches Szenario stünde in krassem Widerspruch zum Tripartite-Beschluss und würde niemals die Zustimmung der Gewerkschaft finden, heißt es unmissverständlich. Stattdessen erneuert die CGFP ihre Forderung, den ursprünglichen Index-Mechanismus „schnellstmöglich wieder herzustellen.“
Zudem könne es nicht angehen, dass – wie von interessierter Seite beteuert – gewisse Produkte aus dem Warenkorb entfernt würden, „nur weil deren Preise überdurchschnittlich gestiegen sind.“ Eine solche Maßnahme käme einer insbesondere von Arbeitgeberseite immer wieder geforderten Abschaffung der automatischen Lohnanpassung fast gleich, wogegen sich die Gewerkschaft zu wehren wüsste.
Ebenso entschieden spricht sich die CGFP noch einmal gegen die jetzt wieder in die Diskussion gebrachte Einführung einer maximalen Index-Tranche aus. Der Index sei unverzichtbar, weil er Garant sei für den sozialen Frieden und somit als Standortvorteil für Luxemburg und die Luxemburger Wirtschaft gelte, heißt es zur Begründung.
Wenn die Bürgerinnen und Bürger mehr Geld im Portemonnaie hätten, könnten sie auch mehr Geld ausgeben. Es gehe schlicht und einfach darum, die Kaufkraft der Konsumenten zu wahren, woran im Übrigen auch Wirtschaftszweige wie das Handwerk oder der Handel ein Interesse haben müssten. Zudem seien moderate Gehälterabkommen, ob im öffentlichen Dienst oder im Privatsektor, ohne den Index geradezu undenkbar.
Als heute „mehr als realitätsfremd“ bezeichnet die CGFP die in der Tripartite getroffene Maßnahme, nach der die Index-Anpassung um weitere zwei Monate ausgesetzt werde, wenn der Erdölpreis die Marke von 63 Dollar pro Barrel während einer Referenzperiode überschreite. Bei einem derzeitigen Preis, der längst die 100-Dollar-Grenze überschritten habe, auch als direkte Folge der Investitionspolitik großer Kapitalanleger, habe dieser Beschluss mit der Wirklichkeit von heute jedenfalls nichts mehr gemein, und der Verbraucher werde hier gleich doppelt zur Kasse gebeten: Zum einen müsse er an der Zapfsäule einen immer höheren Spritpreis bezahlen und zum anderen komme er aufgrund der Entwicklung eben der Erdölpreise auch noch mit Verzug in den Genuss der Index-Anpassungen.
Schließlich erneuert die CGFP ihren Appell an alle politischen Parteien, in der Index-Frage endlich Farbe zu bekennen. Die Wählerinnen und Wähler hätte ein Recht auf eine offene und ehrliche Aussage – und das schnellstmöglich.